Biikebrennen

- Biikebrennen
Zum heimlichen Nationalfeiertag der Friesen am 21. Februar werden traditionell an der Westküste Schleswig-HJolsteins große Feuer (Biiken) angezündet.
Auch auf Pellworm wird diese Tradition gepflegt, zu der alljährlich mehr Gäste auf die Insel kommen, um das Feuerspektakel zu erleben
Verbunden mit einem anschließenden zuünftigen Grünkohlessen wir das Biikebrennen zum Wintervergnügen für Einheimische und Feriengäste.
Über die Geschichte des Biikebrennens:
In seinem 1927 erschienenen Buch "Die Nordfriesischen Inseln ... vormals und jetzt." beschreibt Christian Jensen Biike und Petritag.
"Sitten und Bräuche, welche mit dem Kreislauf des Jahres wiederkehren"
Die heidnische Bevölkerung der Inseln errichtete ihren Göttern heilige Hügel und Altäre, auf solchen Hügeln zündeten die Friesen ihre Opferfeuer an. Dem Wodan zu Ehren, der bei ihnen als oberster Kriegsgott galt und als solcher auch den Seehelden günstigen Wind auf ihren Fahrten und Schlachtenglück gewährte, feierten sie ein allgemeines Abschiedsfest, ehe sie im Frühjahre ihre Seezüge antraten. Das Fest, welches am Abend des 21. Februar begann, bildete den Abschluß der Winter-freuden.
Das Biiken der Altvorderen mit seinem heidnischen Fest- und Opfertag, das mit dem Anfange des 19. Jahrhunderts zum Kinderspiel herabgesunken war, wird seit 1900 auf den nordfriesischen Inseln wieder von Erwachsenen mitgefeiert. Einst schlang der Biikentanz das einigende Band um Freund und Feind, die sich im Scheine des Opferfeuers die Hand zum Freundschaftsbunde reichten, und um alle Bewohner Nordfrieslands, wenn ihre Frühlings-freudenfeuer von Eiland zu Eiland zum Himmel aufloderten. Die Sylter Biiken wurden zuerst angezündet, dann die der Umgebung. Nach den trüben Wintertagen waren die Feuer den Stammesgenossen ein Lebenszeichen, daß sie mahnte, dem Rufe "Zur See" aufs Neue zu folgen.
Auf Föhr und Amrum hat man immer die Biiken am Abend des 21. Februar angezündet, auf Sylt und anderorts richtete man sich damit zeitweilig nach dem Beginn des Fastens. Erst seit dem Anfang dieses Jahrhunderts ist das gemeinsame Biiken am Vorabend des Petritages wieder üblich und die Teilnahme der Erwachsenen wieder zum Volksbrauch geworden.
Als 1867 mit der Einführung der preußischen Gerichtsbarkeit das Institut der Ratsmänner aufgehoben wurde, hörte der Petritag auf, der Thingtag (Gerichtstag) zu sein.
Mit der Abnahme der Seefahrer auf den Inseln hat er seine Bedeutung als Abschiedstag verloren,
Kalendermerktag ist er überall geblieben, aber seine Regeln, z.B. daß nun kein Licht mehr auf den Tisch kommen und das Abendbrot bei Tag verzehrt werden muß, sind fast vergessen.
Bei den früher am Vormittage des Petritages üblichen Thingfesten versammelten sich hauptsächlich die Männer, die dann Freunde und Bekannte zur Teilnahme an Speise und Trank mit heimführten. Der Nachmittag und Abend vereinigte die ganze Bevölkerung zu Tanz und Gesang.
Seitdem ist manches anders geworden. Heute wird das Biikebrennen am Abend gefeiert. Die Flammen grüßen Freunde und Verwandte in Nordfriesland, auf den Inseln und Halligen, aber auch die Gäste auf dem Festland.
Auf Pellworm hat das Biikebrennen erst eine ganz junge Tradition. Es wird ein gemeinsames großes Feuer am Deich Süderkoog angezündet. Mitglieder des Friesenvereins heben in Ihrer Feuerrede die Bedeutung der Feier für die Einheit des friesischen Volkstums hervor.
Tradtion hat auf Pellworm auch das Ringreiten und der Trachtentanz.

